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Programmieren in Python 3 #

(Version 3.4.2 unter Linux Mint Debian Edition 2 Betsy)

Logo: PythonPython ist eine dynamische Interpretersprache, die auf freier Software basiert und die Konzepte der prozeduralen Programmierung sowie der objektorientierten Programmierung verbindet (Hybridsprache). Mit ihr lassen sich einfache Skripte aber auch umfangreichere Programme mit grafischer Benutzeroberfläche schreiben. Im Konsolenmodus können kleine Programme auch direkt im Terminal geschrieben und ausgeführt werden.

Da Pythonprogramme direkt ausgeführt (interpretiert) werden, entfällt der mitunter mühselige Zwischenschritt der Kompilierung eines Programms. Andererseits ist Python aus dem gleichen Grund für rechenintensive oder zeitkritische Anwendungen unter Umständen weniger geeignet. Charakteristisch für Python ist der übersichtliche Quelltext, bei dem der Zusammenhang von Code-Blöcken durch Einrückung erzeugt wird und nicht durch Klammerung.

Üblicherweise werden Pythonprogramme mit dem Befehl python gestartet, der unter Linux Mint gegenwärtig auf den Interpreter für Python 2 verweist (genaue Version: python -V). Da sich dieses Tutorial auf Python in der Version 3 bezieht, die nicht vollständig abwärtskompatibel zu früheren Versionen ist, muss man stattdessen den Befehl python3 verwenden, der in Linux Mint vorinstalliert ist. Er kann aber ggf. auch nachinstalliert werden:

sudo apt-get install python3

Installation per apturl symbol: question

Konsolenmodus #

Um in den Konsolenmodus zu gelangen, gibt man im Terminal einfach den Befehl python3 ohne irgendwelche Attribute ein. Die Eingabeaufforderung wird nun durch drei Größer-als-Zeichen eingeleitet. An dieser Stelle kann man nun Python-Befehle eingeben, die sofort ausgeführt werden. Beispiel:

>>> a = "Hallo Welt!"
>>> print(a)

In der ersten Zeile wurde der Variable a der String "Hallo Welt!" als Wert zugewiesen. In der zweiten Zeile wurde dieser Wert mit der Funktion print() ausgegeben:

Hallo Welt!

Diesen Modus kann man durch den Befehl exit() bzw. die Tastenkombination Strg+D wieder verlassen.

Python-Skripte #

Komplexere Programme werden üblicherweise in einer Skriptdatei gespeichert, die durch einen Befehl ausgeführt wird (s. folgendes Beispiel). Python-Skripte können mit jedem beliebigen Texteditor verfasst werden, für Linux Mint existieren aber auch spezielle Python-IDEs namens Eric und Stani’s Python Editor.

Quelltext auswählen
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#!/usr/bin/python
# -*- coding: utf-8 -*-

"""
Hier ein erstes Beispiel.
Dieses Programm addiert im Terminal zwei Zahlen, die vom Benutzer eingegeben wurden.
Mehrzeilige Kommentare werden von drei Doublequotes umschlossen.
"""

# Einzeilige Kommentare werden von einem Doppelkreuz eingeleitet.
a = input("Geben Sie eine Zahl ein: ")  # Eingabe der ersten Zahl
b = input("Geben Sie noch eine Zahl ein: ")  # Eingabe der zweiten Zahl
c = float(a) + float(b)
print("Die Summe von", a, "+", b, "ist gleich", c)  # Ausgabe des Ergebnisses
exit("Ende.")
print("Diese Anweisung wird nicht mehr ausgeführt.")

In der ersten Zeile (dem sog. Shebang) wird der Pfad zum Python-Interpreter angegeben. Die zweite Zeile enthält die Zeichenkodierung.

Diese Datei wird z. B. unter ~/Python/Beispiele/test.py gespeichert und über das Terminal mit dem Befehl python3 ~/Python/Beispiele/test.py ausgeführt. Ein- und Ausgaben erfolgen in diesem Fall über das Terminal.

Eingabe, Ausgabe, Abbruch #

► Python-Dokumentation: input print exit

In dem obigen Beispielskript werden die ersten drei Python-Funktionen eingeführt. Mit der Funktion input() wird das Programm angehalten und der Benutzer zu einer Dateneingabe aufgefordert. Ein Argument, das an diese Funktion übergeben wird, wird als Text der Eingabeaufforderung ausgegeben.

Mit der Funktion print() wird die Ausgabe einer neuen Zeile eingeleitet. Die Argumente, die an diese Funktion übergegeben werden, werden jeweils mit einem Leerzeichen getrennt in einer Zeile ausgegeben.

Mit der Funktion exit() kann ein Programmablauf vorzeitig beendet werden. Nachfolgende Programmteile werden nicht mehr ausgeführt (s. Zeile 16). Ein angegebenes Argument wird als Text ausgegeben. Am Ende eines Skriptes ist exit() nicht erforderlich.