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Paketquellen von Linux Mint 18 #

Die über die Paketverwaltung verfügbare Software in Linux Mint hängt von den verwendeten Paketquellen (sog. repositories) ab. Die Aktualisierungsverwaltung bezieht für die gewählten Paketquellen regelmäßig Informationen über aktualisierte Pakete. Die Liste der Paketquellen wird in einer Textdatei unterhalb von /etc/apt/sources.list.d gespeichert, die man auch manuell editieren kann (wenn man allerdings nicht genau weiß, was man hier tut, sollte man von einer manuellen Änderung der Paketquellen besser die Finger lassen):

gksudo xed /etc/apt/sources.list.d/official-package-repositories.list

Ein grafisches Frontend für die Auswahl der Server und Paketquellen befindet sich hier:
✸ Menu ► Systemverwaltung ► Anwendungspaketquellen

Oberfläche ›Offizielle Paketquellen‹ #

Auf dieser Oberfläche können die Server für die Paketquellen ausgewählt werden. Linux Mint basiert zum großen Teil auf Ubuntu, weshalb unter ›Basis‹ die Ubuntu-Quelle eingestellt ist. Unter ›Haupt‹ ist die Quelle eingestellt, über die die Pakete bezogen werden, die von Ubuntu abweichen und für Linux Mint spezifisch sind. Es empfiehlt sich, hier jeweils einen der regionalen Server auszuwählen, da diese oft eine höhere Übertragungsrate bieten. Außerdem werden so die Standardserver entlastet.

Standardmäßig sind folgende Quellen eingestellt:

Quelltext auswählen
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deb http://packages.linuxmint.com sonya main upstream import backport

deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu xenial main restricted universe multiverse
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu xenial-updates main restricted universe multiverse
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu xenial-backports main restricted universe multiverse

deb http://security.ubuntu.com/ubuntu/ xenial-security main restricted universe multiverse
deb http://archive.canonical.com/ubuntu/ xenial partner

Die verwendeten Quellen werden in der entsprechenden Datei durch eine Zeile der folgenden Form repräsentiert:

deb http://packages.linuxmint.com sonya main upstream import backport

Nach der URL des Spiegelservers für die Paketquelle (http://packages.linuxmint.com) wird die Version der betreffenden Distribution angegeben (sonya, xenial). Darauf folgen die Bereiche (sections), aus denen man Pakete beziehen möchte:

Kategorie Distribution Inhalt
main Mint/Ubuntu die Hauptbestandteile einer Distribution, die direkt von den Entwicklern der Distribution gepflegt werden
restricted Ubuntu proprietäre Software, von Ubuntu-Entwicklern gepflegt
universe Ubuntu freie Software, von der Community gepflegt
multiverse Ubuntu proprietäre Software, von der Community gepflegt
partner Ubuntu proprietäre Software, von Drittanbietern gepflegt
upstream Mint Software, die ursprünglich von Ubuntu stammt, aber für Linux Mint verändert wurde
import Mint Software von Drittanbietern, teilweise proprietär
backport Mint Software, in die Aktualisierungen aus neueren Versionen nachträglich implementiert wurden (Rückportierungen)
romeo Mint instabile, nicht ausreichend getestete Software

Eine vollständige Liste der Pakete in den einzelnen Bereichen findet man hier:
packages.ubuntu.com und packages.linuxmint.com

Oberfläche ›Zusätzliche Paketquellen‹ #

Unter Umständen ist eine bestimmte Software über keine der offiziellen Paketquellen verfügbar, aber der Anbieter der Software pflegt eine eigene Paketquelle (wie beispielsweise bei Enki). In diesem Fall kann diese Quelle hier zu den bereits existierenden Quellen hinzugefügt werden. Das Hinzufügen einer Paketquelle hat gegenüber der Installation eines einfachen deb-Paketes den Vorteil, dass die Aktualisierungsverwaltung später prüfen kann, ob für die Software ein Update verfügbar ist, um dieses bei Bedarf automatisch zu installieren.

Will man eine neue Quelle hinzufügen, sollte man sich zuvor über die Vertrauenswürdigkeit dieser Quelle informieren, da man dem Anbieter der Quelle gestattet, dessen Software auf dem eigenen Rechner zu installieren, was grundsätzlich ein Einfallstor für Schadsoftware darstellt. Für das Hinzufügen einer Quelle klickt man erst auf ➕ Neue Paketquelle hinzufügen … und gibt dann die so genannte APT-Zeile der neuen Quelle ein. Eine vollständige APT-Zeile hat gewöhnlich etwa diese Form:

deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu xenial main restricted universe multiverse

Zusätzliche Quellen werden in einer Datei unterhalb von /etc/apt/sources.list.d gespeichert.

Nach dem Hinzufügen einer neuen Quelle muss man diese über die Schaltfläche ↻ Zwischenspeicher erneuern zunächst einlesen, bevor aus ihr Software bezogen werden kann.

Oberfläche ›Legitimierungsschlüssel‹ #

Hat man die neue Quelle hinzugefügt, benötigt man in der Regel noch den öffentlichen PGP-Schlüssel für diese Quelle, über den die digitale Signatur der zu installierenden Software geprüft werden kann. Diesen Schlüssel kann man entweder über ➕ Schlüsseldatei importieren … aus einer Datei importieren oder über ⬇ Einen Schlüssel herunterladen … von einem Schlüsselserver herunterladen, wenn man dessen Schlüssel-ID kennt. Über das Terminal kann man einen Schlüssel auch folgendermaßen herunterladen (wobei die Schlüssel-ID – hier: 9A6FE242 – entsprechend angepasst werden muss):

sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 9A6FE242

Ist der Schlüssel erfolgreich installiert, kann man die Paketverwaltung wieder schließen, wobei man zuvor die Schaltfläche ↻ Zwischenspeicher erneuern betätigen sollte, um aus der neuen Quelle Software beziehen zu können.

Nun kann man auf den üblichen Wegen Software über die neue Quelle installieren.

Software aus einem PPA #

Ein PPA (Personal Package Archive) ist ein inoffizielles Paketarchiv für Ubuntu, das von privater Seite zur Verfügung gestellt wird. In ihm befinden sich häufig Programme, die sich noch in der Entwicklung befinden und noch nicht in die offiziellen Repositories von Ubuntu aufgenommen wurden.

Über das Terminal ist es mit dem Befehl add-apt-repository nun möglich, eine solche Quelle hinzuzufügen. Beispiel:

sudo add-apt-repository ppa:tomahawk/ppa

Hierbei wird der APT-Schlüssel automatisch installiert. Anschließend muss man die Paketlisten neu laden:

sudo apt-get update

Anschließend kann man das gewünschte Programm wie gewohnt installieren.

PPA entfernen

Entsprechende Datei in /etc/apt/sources.list.d löschen.

oder

sudo apt-get install ppa-purge

Installation per apturl symbol: question

ppa-purge tomahawk/ppa

oder

sudo apt-add-repository --remove ppa:tomahawk/ppa
sudo apt-get update