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Software für Linux Mint beziehen und installieren

Paketquellen von Linux Mint
Paketquellen deaktivieren
Personal Package Archives (PPAs)
Flatpak-Pakete
AppImage-Dateien

Anwendungen und Pakete (de-)installieren
Installation über die Anwendungsverwaltung
Installation über die Synaptic-Paketverwaltung
Installation über das Terminal
Installation aus einem deb-Paket
Programme selbst kompilieren

Insbesondere für Umsteiger, die andere Konzepte der Softwareverwaltung gewohnt sind, wie beispielsweise jene, die bei Windows üblich sind, ist es sinnvoll, sich mit den Prinzipien und Techniken vertraut zu machen, die in der Linux-Welt gelten, da sich Linux besonders in diesem Aspekt stark von dem unterscheidet, was man aus der Windows-Welt kennen wird.

Um die Handhabung des Linux-Konzeptes der Softwareverwaltung zu erleichtern und so die Vorteile insbesondere bezüglich Sicherheit und Komfort ausschöpfen zu können, soll dieses Konzept hier in groben Zügen vorgestellt werden.

Da sich die Architektur von Linux und Windows und auch die verwendeten Dateiformate erheblich unterscheiden, lassen sich die Installationsdateien von Windows-Programmen auf Linux-Systemen prinzipiell nicht verwenden. Unter Umständen können Windows-Programme unter Linux aber mit der Software Wine zum Laufen gebracht werden.

Paketquellen von Linux Mint

Sämtliche Systemkomponenten und ein Großteil der für Linux Mint verfügbaren Anwendungen und Werkzeuge werden in sogenannten Paketquellen (repositories) vorgehalten. Das sind Verzeichnisse auf entfernten Servern, in denen die Gesamtheit aller verfügbaren Programmpakete gespeichert ist. Diese Quellen werden zentral gepflegt, so dass sichergestellt ist, dass die Pakete keinen Schadcode enthalten und mit der verwendeten Betriebssystemversion kompatibel sind. Über die Paketverwaltung können die Paketquellen angezeigt und bei Bedarf geändert werden.
Sie ist zu finden unter ► Systemverwaltung ► Anwendungspaketquellen.
Die weiteren Optionen der Paketverwaltung werden im nächsten Abschnitt beschrieben.

Die Aktualisierungsverwaltung bezieht für die gewählten Paketquellen regelmäßig Informationen über verfügbare und aktualisierte Pakete (sog. APT-Puffer). Sie ist der zentrale Ort, über den alle Pakete aktualisiert werden können, sobald neue Versionen der Pakete verfügbar sind. Es entfällt also die Notwendigkeit, jedes einzelne installierte Programm manuell zu aktualisieren.
Die Aktualisierungsverwaltung ist zu finden unter ► Systemverwaltung ► Aktualisierungsverwaltung.

Oberfläche ›Offizielle Paketquellen‹

Auf dieser Oberfläche können die Server für die offiziellen Paketquellen ausgewählt werden. Linux Mint basiert zum großen Teil auf Ubuntu, weshalb unter ›Basis‹ die Ubuntu-Quelle eingestellt ist. Unter ›Haupt‹ ist die Quelle eingestellt, über die jene Pakete bezogen werden, die von Ubuntu abweichen und für Linux Mint spezifisch sind. Es empfiehlt sich, hier jeweils einen der regionalen Server auszuwählen, da diese oft eine höhere Übertragungsrate bieten. Außerdem werden so die Standardserver entlastet.

Die Liste der Paketquellen wird in einer Textdatei unterhalb von /etc/apt/sources.list.d gespeichert, die man auch manuell editieren kann (wenn man allerdings nicht genau weiß, was man hier tut, sollte man von einer manuellen Änderung der Paketquellen besser die Finger lassen):

sudo xed /etc/apt/sources.list.d/official-package-repositories.list

Standardmäßig sind folgende Quellen eingestellt:

Code auswählen
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deb http://packages.linuxmint.com tina main upstream import backport

deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu bionic main restricted universe multiverse
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu bionic-updates main restricted universe multiverse
deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu bionic-backports main restricted universe multiverse

deb http://security.ubuntu.com/ubuntu/ bionic-security main restricted universe multiverse
deb http://archive.canonical.com/ubuntu/ bionic partner

Die verwendeten Quellen werden in der entsprechenden Datei durch eine Zeile der folgenden Form repräsentiert:

deb http://packages.linuxmint.com tina main upstream import backport

Nach der URL des Spiegelservers für die Paketquelle (hier: http://packages.linuxmint.com) wird die Version der betreffenden Distribution angegeben (hier: tina, bionic). Darauf folgen die Sektionen, aus denen man Pakete beziehen möchte:

Sektion Distribution Inhalt
main Mint/Ubuntu die Hauptbestandteile einer Distribution, die direkt von den Entwicklern der Distribution gepflegt werden
restricted Ubuntu proprietäre Software, von Ubuntu-Entwicklern gepflegt
universe Ubuntu freie Software, von der Community gepflegt
multiverse Ubuntu proprietäre Software, von der Community gepflegt
partner Ubuntu proprietäre Software, von Drittanbietern gepflegt
upstream Mint Software, die ursprünglich von Ubuntu stammt, aber für Linux Mint verändert wurde
import Mint Software von Drittanbietern, teilweise proprietär
backport Mint Software, in die Aktualisierungen aus neueren Versionen nachträglich implementiert wurden (Rückportierungen)
romeo Mint instabile, nicht ausreichend getestete Software

Eine vollständige Liste der Pakete in den einzelnen Sektionen findet man hier:
packages.linuxmint.com, packages.ubuntu.com und packages.debian.org.

Oberfläche ›Zusätzliche Paketquellen‹

Unter Umständen ist eine bestimmte Software über keine der offiziellen Paketquellen verfügbar, aber der Anbieter der Software pflegt eine eigene Paketquelle (wie beispielsweise bei Enki). In diesem Fall kann diese Quelle hier manuell zu den bereits existierenden Quellen hinzugefügt werden. Das Hinzufügen einer Paketquelle hat gegenüber der Installation eines einfachen deb-Paketes den Vorteil, dass die Aktualisierungsverwaltung später prüfen kann, ob für diese Software ein Update verfügbar ist, um dieses bei Bedarf automatisch zu installieren. Einige Anwendungen wie beispielsweise TeamViewer, Vivaldi oder Google Earth richten bei der Installation des entsprechenden deb-Paketes automatisch auch eine zusätzliche Paketquelle ein, daher muss das in diesen Fällen nicht manuell erfolgen.

Will man eine neue Quelle hinzufügen, sollte man sich zuvor über die Vertrauenswürdigkeit dieser Quelle informieren, da man dem Anbieter der Quelle gestattet, dessen Software auf dem eigenen Rechner zu installieren, was grundsätzlich ein Einfallstor für Schadsoftware darstellt. Für das Hinzufügen einer Quelle klickt man erst auf Hinzufügen und gibt dann die so genannte APT-Zeile der neuen Quelle ein. Eine vollständige APT-Zeile hat gewöhnlich etwa diese Form:

deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu bionic main restricted universe multiverse

Zusätzliche Quellen werden in einer Datei unterhalb von /etc/apt/sources.list.d gespeichert.

Nach dem Hinzufügen einer neuen Quelle muss man den Zwischenspeicher der Paketverwaltung (sog. APT-Puffer) aktualisieren, bevor aus der neuen Quelle Software bezogen werden kann.

Oberfläche ›Legitimierungsschlüssel‹

Hat man die neue Quelle hinzugefügt, benötigt man in der Regel noch den öffentlichen PGP-Schlüssel für diese Quelle, über den die digitale Signatur der zu installierenden Software geprüft werden kann. Diesen Schlüssel kann man entweder über Importieren aus einer Datei importieren oder über Herunterladen von einem Schlüsselserver herunterladen, wenn man die Schlüssel-ID kennt. Über das Terminal kann man einen Schlüssel auch folgendermaßen herunterladen (wobei die Schlüssel-ID – hier: 300F846BA25BAE09 – entsprechend angepasst werden muss):

sudo apt-key adv --keyserver keyserver.ubuntu.com --recv-keys 300F846BA25BAE09

Nach dem Hinzufügen des Schlüssels muss man den Zwischenspeicher der Paketverwaltung (sog. APT-Puffer) aktualisieren, bevor aus einer neuen Quelle Software bezogen werden kann.

Nun kann man auf den üblichen Wegen Software über die neue Quelle installieren.

Inoffizielle Softwarequellen

Die Installation von Paketen aus den offiziellen Paketquellen kann als grundsätzlich sicher betrachtet werden. Bei zusätzlichen Paketquellen oder bei gewöhnlichen Software-Downloads sollte man allerdings Vorsicht walten lassen, da diese nicht von den Linux-Mint-Entwicklern geprüft werden und in der Regel keine digitalen Signaturen besitzen. Hier ist es theoretisch möglich, dass über solche Quellen manipulierte Pakete in das Betriebssystem eingeschleust werden, die Schadcode enthalten. In der Aktualisierungsverwaltung ist nicht zu erkennen, aus welcher Quelle ein angebotenes Paket stammt (kann allerdings mit apt-cache showpkg paketname abgefragt werden). Selbst wenn der Anbieter einer solchen Paketquelle seriös ist, könnte dessen Server gehackt worden sein und auf diesem Wege Schadsoftware auf den Server und so schließlich auf den eigenen Rechner gelangen. Siehe auch den Artikel Fremdquellen.

Paketquellen deaktivieren

Eine (wenn auch schwache) Sicherheitsmaßnahme kann nun darin bestehen, die zusätzlichen Paketquellen nur für die Installation der gewünschten Software zu verwenden und sie anschließend sofort wieder zu deaktivieren. Um die Existenz von Aktualisierungen für diese Software zu prüfen, muss diese Quelle dann allerdings vorübergehend manuell wieder aktiviert werden.

Personal Package Archives (PPAs)

Ubuntu-PPAs werden nur von der Linux Mint Standard Edition unterstützt.
Unter Linux Mint Debian Edition (LMDE) funktionieren PPAs nicht!

Ein PPA (Personal Package Archive) ist ein inoffizielles Paketarchiv für Ubuntu (und somit auch für Linux Mint), das von privater Seite zur Verfügung gestellt wird. In ihm befinden sich häufig Programme, die sich noch in der Entwicklung befinden und daher bislang nicht in die offiziellen Paketquellen von Ubuntu aufgenommen wurden. Ebenso finden sich hier aktuellere aber dafür ungetestete Versionen von Anwendungen, die sonst auch über die Paketverwaltung verfügbar sind.

Über das Terminal ist es mit dem Befehl add-apt-repository nun möglich, eine solche Quelle hinzuzufügen. Beispielsweise für ClipGrab:

sudo add-apt-repository ppa:clipgrab-team/ppa

Hierbei wird der APT-Schlüssel automatisch installiert. Anschließend muss man die Paketlisten neu laden:

sudo apt-get update

Anschließend kann man das gewünschte Programm wie gewohnt installieren.

PPA wieder entfernen

PPAs können über ► Systemverwaltung ► Anwendungspaketquellen ► PPAs entfernt werden.

Es ist auch möglich, die entsprechende Datei in /etc/apt/sources.list.d zu löschen.

oder

sudo apt-add-repository --remove ppa:clipgrab-team/ppa
sudo apt-get update

oder mit ppa-purge, das allerdings erst installiert werden muss:

sudo apt-get install ppa-purge

Installation per apturl symbol: question

ppa-purge clipgrab-team/ppa
sudo apt-get update

Flatpak-Pakete

Einige Anwendungen (wie beispielsweise Lollypop, Shortwave oder OpenSCAD) stehen auch oder ausschließlich als Flatpak-Paket zur Verfügung. Um diese zu installieren, wird zunächst Flatpak selbst benötigt:

sudo apt-get install flatpak

Installation per apturl symbol: question

Die Idee von Flatpak besteht darin, Software anbieten zu können, die in einer eigenen Umgebung ausgeführt wird und daher weitgehend unabhängig von auf dem System vorhandenen Komponenten ist. Benötigte Bibliotheken usw. sind in einem Flatpak-Paket daher bereits enthalten.

Anwendungen, die dieses Format nutzen, sind auch über die Anwendungsverwaltung verfügbar und sind dort entsprechend gekennzeichnet.

Installationsdateien mit der Endung .flatpakref starten die Anwendungsverwaltung, über die das Programm dann installiert werden kann.

Bei der Verwendung von Flatpak wird ein Ordner /var/lib/flatpak/repo/objects angelegt, der leicht mehrere Gigabyte Daten enthalten kann. Hat man für Betriebssystem und Benutzerdaten jeweils eine eigene Partition eingerichtet, kann die Systempartition dann schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Ein Workaround für dieses Problem wird hier beschrieben.

Ich habe das Problem provisorisch gelöst, indem ich den Flatpak-Ordner in den Home-Ordner verschoben und dann einen Symlink darauf am ursprünglichen Ort angelegt habe (den Platzhalter [Benutzername] durch den eigenen Namen ersetzen):

sudo mv /var/lib/flatpak /home/[Benutzername]/.flatpak
sudo ln -s /home/[Benutzername]/.flatpak /var/lib/flatpak

Diese Lösung funktioniert natürlich nicht bei Systemen mit mehreren Benutzern.

AppImage-Dateien

Eine weitere Variante, portable Anwendungen anzubieten, sind Dateien im .AppImage-Format. Diese enthalten wie Flatpak-Pakete ebenfalls alle benötigten Abhängigkeiten und können daher ohne Installation gestartet werden. Sie müssen nach dem Download lediglich ausführbar gemacht werden. Dazu kann man entweder im Dateimanager mit Rechtsklick auf die Datei das Kontextmenü aufrufen, dort den Menüpunkt Eigenschaften wählen und im sich öffnenden Dialog unter dem Tab Zugriffsrechte das Kontrollkästchen bei „Der Datei erlauben, sie als Programm auszuführen“ aktivieren. Oder man führt folgenden Befehl aus (Pfad zur Datei anpassen):

chmod a+x Downloads/Datei.AppImage

Dann kann das Programm durch Doppelklick auf die Datei gestartet werden.

Da AppImages den .exe-Dateien aus der WIndows-Welt ähneln, besteht die Gefahr, dass sich über dieses Format die gleiche leichtsinnige Download-Unkultur aus der Windows-Welt nun auch unter Linux einschleicht, ohne Vertrauensprüfung der Quelle beliebige Dateien auf dem eigenen System zu installieren, was zu den gleichen Sicherheitsrisiken führen kann, die Windows zu einem so beliebten Angriffsziel für Schadsoftware gemacht haben.

Wer hier auf Nummer sicher gehen will, prüft die Quelle einer AppImage-Datei gründlich, betreibt sie in Kombination mit Frameworks wie AppArmor oder beschränkt sich bei der Installation auf Anwendungen aus den offiziellen Paketquellen.


Anwendungen und Pakete (de-)installieren

Die Methode der Installation neuer Software ist einer der Aspekte von Linux, die zu einer höheren Sicherheit dieses Betriebssystems beitragen, da Software für Linux normalerweise nicht von irgendwelchen Websites heruntergeladen und ausgeführt wird, sondern direkt über eine systemeigene Softwareverwaltung (hier: APT bzw. dpkg) aus zentral gepflegten Quellen bezogen wird, die auf die Besonderheiten der individuellen Linux-Distribution abgestimmt sind. Außerdem sind die Pakete aus diesen Quellen digital signiert, was verhindern soll, dass sie auf dem Weg vom Server auf den eigenen Rechner kompromittiert werden.

Um Software-Pakete oder Anwendungen zu installieren, bietet Linux Mint unterschiedliche Möglichkeiten. Installationen dieser Art erfolgen in der Regel über das Internet.

Installierte Anwendungen können unter anderem über das Mint-Menü deinstalliert werden, indem man einen Rechtsklick auf den entsprechenden Menüpunkt ausführt und dann die Option ›Deinstallieren‹ wählt.

Nach abgeschlossener Deinstallation kann man noch aufräumen:

sudo apt-get autoremove (entfernt nicht mehr benötigte Abhängigkeiten)
sudo apt-get clean (leert den Cache von apt)

Installation über die Anwendungsverwaltung

Eigenständige Anwendungen, die in der Regel über eine grafische Benutzeroberfläche verfügen und als Pakete in den Paketquellen von Linux Mint enthalten sind, können bequem über die Anwendungsverwaltung ausgewählt und installiert werden. Ebenfalls ist so eine Deinstallation möglich. Über die Anwendungsverwaltung lassen sich außerdem auch proprietäre Programme wie Google Earth oder Minecraft installieren. Die Anwendungsverwaltung öffnet man über ► Systemverwaltung ► Anwendungsverwaltung.

Um zu überprüfen, ob ein bestimmtes Programm zur Verfügung steht, kann man den Namen des Programms in das Suchfeld im oberen Bereich der Benutzeroberfläche eingeben.

Man kann ein Programm aber auch über die Kategorie suchen, die durch Klick auf das entsprechende Symbol auf der Startseite der Anwendungsverwaltung angezeigt wird. Dieses Verfahren empfiehlt sich, wenn man ein Programm sucht, dessen Namen einem nicht bekannt ist.

Wählt man ein bestimmtes Programm aus der Liste der Suchergebnisse aus, erhält man weitere Informationen zu dem Programm und die Möglichkeit, es zu (de)installieren.

Installation über die Synaptic-Paketverwaltung

Eine andere Methode der (De-)Installation geschieht über die Paketverwaltung Synaptic. Hier können neben ›richtigen‹ Programmen sämtliche verfügbaren Pakete (de-)installiert werden. Im Gegensatz zur (De-)Installation von Paketen über das Terminal bietet Synaptic eine grafische Oberfläche. Synaptic wird über ► Systemverwaltung ► Synaptic-Paketverwaltung gestartet.

Im linken Bereich der Benutzeroberfläche findet man eine Liste von Kategorien, denen die einzelen Pakete zugeordnet sind. Markiert man eine Kategorie, werden rechts die in ihr enthaltenen Pakete angezeigt. Markiert man dort ein Paket, wird unten eine kurze Beschreibung des Pakets angezeigt. Man kann ein Paket auch über das Suchfeld suchen, indem man dort einen Bestandteil des Paketnamens oder ein mit der Funktion zusammenhängendes Stichwort eingibt.

Zur Installation eines oder mehrerer Pakete ändert man den Status des Pakets über einen Klick auf die Box vor dem Namen des betreffenden Pakets, wobei man für die Installation den Status ›Zum Installieren vormerken‹ auswählt. Eventuelle Paketabhängigkeiten werden ermittelt und im folgenden Dialog angezeigt. Diesen Dialog bestätigt man durch Klick auf Vormerken. Die eigentliche Installation erfolgt dann durch Klick auf das Symbol Anwenden in der Symbolleiste.

Synaptic ist besonders dazu geeignet, Informationen zu eventuellen Abhängigkeiten von Paketen zu erhalten, die man deinstallieren möchte. Unter Umständen könnte eine Deinstallation nämlich auch zur Deinstallation von abhängenden Paketen führen, die man eigentlich erhalten möchte.

Installation über das Terminal

Mit Hilfe des Terminals (auch Kommandozeile oder Konsole genannt), können Programme (einschließlich eventuell von ihnen abhängenden Paketen) sehr schnell (de-)installiert werden. Allerdings muss man hier den genauen Paketnamen kennen, der häufig von dem Namen der Anwendung, die sich hinter dem Paket verbirgt, mehr oder weniger abweicht. Der Name des Paketes für das Java-Browserplugin ist z. B. icedtea-8-plugin. Das Terminal erreicht man über die Tastenkombination Strg+Alt+T oder z. B. über ► Systemverwaltung ► Terminal. Dort gibt man dann den Installationsbefehl ein.

(De-)Installation mit apt-get

Installation von Paketen:
sudo apt-get install <paketname>

Also z. B.:
sudo apt-get install icedtea-8-plugin

Es können auch mehrere Pakete auf einen Schlag installiert werden:
sudo apt-get install icedtea-8-plugin openjdk-11-jre

Für die Deinstallation werden die Optionen remove (nur die Hauptbestandteile) bzw. purge (komplett, einschließlich Konfigurationsdateien) verwendet:

sudo apt-get purge icedtea-8-plugin

(De-)Installation mit aptitude

Die interne Verwaltung installierter Pakete und deren Abhängigkeiten sind bei apt-get und aptitude nicht vollständig kompatibel, weshalb man diese Befehle nicht parallel verwenden sollte, um Kollisionen zu vermeiden!

Der Befehl aptitude funktioniert ähnlich wie apt-get. Allerdings werden hier Paketabhängigkeiten automatisch aufgelöst. Mit sudo aptitude lässt sich außerdem eine zeichenbasierte Oberfläche im Terminal starten, über die verschiedene Aktionen zu den Paketen durchgeführt werden können.

Installation von Paketen:
sudo aptitude install <paketname>

Also z. B.:
sudo aptitude install icedtea-8-plugin

Es können auch mehrere Pakete auf einen Schlag installiert werden:
sudo aptitude install icedtea-8-plugin openjdk-11-jre

Für die Deinstallation werden die Optionen remove (nur die Hauptbestandteile) bzw. purge (komplett, einschließlich Konfigurationsdateien) verwendet:

sudo aptitude purge icedtea-8-plugin

Installation aus einem deb-Paket

Proprietäre Software, deren Lizenz die Verbreitung über die Paketquellen von Linux verbietet, oder Freie Software, die aus anderen Gründen nicht über die Paketquellen verfügbar ist, kann beispielsweise auf der Website des Entwicklers/Anbieters als deb-Paketes vorliegen (Debian-Paket, Beispiele sind u. a. Vivaldi, Google Earth oder Brackets). Ein solches Paket entspricht einer exe-Installationsdatei aus der Windows-Welt und birgt daher auch vergleichbare Gefahren, u. a. weil hier weder Prüfsummen noch digitale Signaturen geprüft werden, wie das bei der Installation über die Paketverwaltung der Fall wäre. Aus diesem Grund ist diese Methode der Installation nach Möglichkeit zu meiden bzw. sollte wenigstens die Vertrauenswürdigkeit der Quelle geprüft werden. Siehe auch der Artikel Fremdquellen im UbuntuUsers-Wiki.

Gelegentlich werden die deb-Pakete einer Anwendung für verschiedene Plattformen angeboten. Wenn direkt für Linux Mint ein Paket angeboten wird, ist dieses die erste Wahl. Ansonsten sollte ein Paket für Ubuntu kompatibel sein. Wird auch dieses nicht angeboten, findet man in der Regel ein Paket für Debian oder ein Paket ohne besondere Angabe der Plattform. Wichtig ist hier aber die korrekte Architektur (32 oder 64 Bit), die man über den Befehl inxi -C ermitteln kann.

Über den Dateimanager können deb-Pakete per Doppelklick ausgeführt werden, wodurch das Installationsprogramm Gdebi gestartet wird.

Über das Terminal werden deb-Pakete folgendermaßen installiert:

sudo apt install /pfad/zu/dateiname.deb bzw.
sudo dpkg -i dateiname.deb

Kommt es dabei zu Meldungen wegen fehlerhaften Paketabhängigkeiten, können diese mit folgendem Befehl nachträglich korrigiert werden:
sudo apt-get -f install

Programme selbst kompilieren

Programme, die über keine der beschriebenen Quellen verfügbar sind, für die jedoch der Quelltext vorliegt, können unter Umständen auch manuell kompiliert werden. Dies setzt jedoch ein gewisses Maß an Hintergrundwissen voraus und ist für Anfänger nicht zu empfehlen. Ist keine ausführliche Installationsanleitung für das verwendete Betriebssystem vorhanden, kann insbesondere die Auflösung von Paketabhängigkeiten eine ziemlich mühselige Angelegenheit werden (s. dependency hell).

Folgendes Paket wird in der Regel benötigt, um Programme kompilieren zu können:

sudo apt-get install build-essential

Installation per apturl symbol: question

Der übliche Weg, Programme aus dem Quelltext selbst zu kompilieren besteht aus folgenden Schritten:

• Quelltextarchiv besorgen
• Quelltextarchiv entpacken
INSTALL und README lesen, dort findet man weitere Installationshinweise

Meist geschieht die Installation mit folgenden Befehlen:

./configure
make
sudo make install
sudo make clean

Auf Rechnern mit einem Betriebssystem, das dpkg als Paketmanager verwendet (wie beispielsweise Debian, Ubuntu oder Linux Mint) sollte man aus dem Quelltext lieber ein deb-Paket erzeugen, über das die gewünschte Software installiert wird. Dadurch wird sie sauber in das Paketmanagement eingebunden und kann später einfacher wieder deinstalliert werden. Für dieses Verfahren wird zunächst noch das Paket checkinstall benötigt:

sudo apt-get install checkinstall

Installation per apturl symbol: question

Das Kompilieren geschieht dann folgendermaßen:

./autogen.sh (wenn vorhanden)
./configure
make
sudo checkinstall

Die Installation erfolgt dann mit:

sudo dpkg -i dateiname.deb