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Die parallele Installation von
Linux und Windows auf einem PC (Dualboot) #

(Distribution: Linux Mint 18 Cinnamon)

Übersicht
1 Datensicherung
2 Linux DVD-Image besorgen
3 Prüfsumme mit dem Download vergleichen
4 DVD-Image brennen
5 Festplatte vorbereiten
6 Linux testen
7 Festplatte partitionieren
8 Windows installieren
9 Linux installieren
10 Abschluss

Die Installation einer Linux-Distribution wie z. B. Linux Mint ist nicht aufwendiger als die Installation von Windows: Sicherungskopien der persönlichen Dateien anfertigen, Festplatte vorbereiten, neues Betriebssystem installieren und konfigurieren, Software installieren, persönliche Dateien wieder auf die Festplatte kopieren. Fertig.

In vielen Fällen werden Umsteiger gerne ihr altes Betriebssystem zunächst ebenfalls nutzen wollen, sei es, um bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten mit gewohnten Werkzeugen arbeiten zu können, oder weil bestimmte Programme nur für die alte Plattform zur Verfügung stehen. Wer also mehr als ein Betriebssystem nutzen möchte (Stichwort: Multi-Boot-System), wird in der Regel seine Festplatte partitionieren müssen; ein Vorgang, der nicht unbedingt zum Grundwissen eines normalen Anwenders gehört. Daher soll hier detailliert beschrieben werden, wie man seinen Rechner für die Installation mehrerer Betriebssysteme vorbereiten kann.

Die Aufteilung der Festplatte richtet sich natürlich nach den individuellen Notwendigkeiten und Vorlieben des Benutzers, daher beschreibt diese Anleitung hier nur eine von vielen Möglichkeiten. In dem Fall, der hier beschrieben wird, soll auf der Festplatte neben den Hauptpartitionen für Linux und Windows eine weitere Partitionen für experimentelle Zwecke (z. B. die Testinstallation eines weiteren Systems) eingerichtet werden. Wer seine Festplatte anders aufteilen möchte, kann auf die eine oder andere der hier beschriebenen Partitionen auch verzichten oder z. B. für eine Partition eine andere Größe wählen.

Bei dem hier beschriebenen Verfahren wird davon ausgegangen, dass die Festplatte des Benutzers entsprechend der Standardinstallation von Windows 8 partitioniert ist. Die Installation neben Windows 10 sollte aber ähnlich funktionieren.

Warum Linux Mint? #

Für Neulinge in der Linux-Welt macht die nahezu unüberschaubare Auswahl an Distributionen die Entscheidung nicht unbedingt einfach. Ich hatte meinen Einstieg im Jahr 2006 mit Ubuntu, dessen Verdienst damals wohl vor allem darin bestand, eine der wenigen Distributionen gewesen zu sein, die auch für die breite Masse verwendbar war. Dadurch konnte eine sehr starke Nutzergemeinschaft entstehen, die ihrerseits dazu beigetragen hat, dass Ubuntu noch stabiler und attraktiver wurde. Leider hat es dann 2011 mit der Einführung des Unity-Desktops bei Ubuntu einen Kurswechsel in Richtung Tablets und Smartphones gegeben. Diese Neuausrichtung ging mit der Entfernung von Komponenten einher, die für ›Normalanwender‹ als zu kompliziert angesehen wurden, wodurch Ubuntu als PC-Betriebssystem für anspruchsvollere Arbeiten für mich inzwischen nicht mehr akzeptabel geworden war. In eine ähnliche Richtung hat sich in dieser Zeit auch die bislang von Ubuntu verwendete Desktop-Umgebung Gnome entwickelt, wodurch auch andere Distributionen, die auf Gnome setzten, für mich als Alternative nicht mehr infrage kamen. Ubuntu ist dann leider auch aus Datenschutzperspektive in die Kritik geraten (s. Wikipedia).

Ich habe mich dann für Linux Mint entschieden, da diese Distribution praktisch das Konzept von Ubuntu vor 2011 fortsetzt. Die Umstellung war daher nicht sonderlich groß. Ich schätze an Linux Mint vor allem folgende Eigenschaften:

  • das Betriebssystem ist Freie Software (mit wenigen Ausnahmen)
  • es verwendet Ubuntu, das auf Debian beruht, als Codebasis
  • APT als Paketmanager
  • Cinnamon als Desktop-Umgebung
  • kein Nischenprodukt, profitiert von der großen Entwickler- und Nutzergemeinde von Debian und Ubuntu

Was braucht man für die Installation? #

Logo: Linux MintBevor man sich an die Installation macht, sollte man sich zunächst folgende Hilfsmittel beschaffen:

  • Linux DVD-Image-Datei
  • Programm für die Überprüfung von SHA-256-Prüfsummen
  • DVD-Brenner und Brennprogramm oder alternativ USB-Speichermedium mit mind. 2 GB Kapazität
  • Massenspeicher für die Datensicherung (z. B. externe Festplatte)

Eine offizielle Installationsanleitung für Linux Mint findet man auch bei readthedocs.io.

Schritt 1: Datensicherung #

Da bei der Partitionierung/Formatierung der Festplatte alle bisherigen Daten verloren gehen, müssen die persönlichen Dateien zunächst gesichert werden. Dazu bietet sich eine zweite (z. B. externe) Festplatte an. Steht diese nicht zur Verfügung, kann man die Daten auch auf CD/DVD brennen oder auf eine USB-Flash-Disk oder ähnliches kopieren. Achtung: Gerne werden bei einem Backup die Lesezeichen des Webbrowsers sowie die E-Mails und Adressbücher vergessen.

Auch andere Programme können die Möglichkeit anbieten, persönliche Einstellungen in eine Datei zu exportieren, die man nach neuer Installation der Anwendung wieder importieren kann. Bei Programmen, für die sowohl Linux- wie auch Windows-Versionen existieren (z. B. Mozilla Firefox und Thunderbird), ist es in der Regel möglich, die persönlichen Einstellungen der Windows-Programme so später auch unter Linux zu verwenden.

Schritt 2: Linux DVD-Image besorgen #

Von Linux Mint existieren verschiedene Ausgaben, die sich in der verwendeten Desktop-Umgebung unterscheiden. Es sind die Desktop-Umgebungen Cinnamon (Fork der Gnome Shell),
Mate (Fork von Gnome 2), KDE Plasma sowie Xfce verfügbar. Andere Desktop-Umgebungen können aber auch nachträglich installiert werden.

Je nach verwendetem Prozessor sind ebenfalls Ausgaben für 32-Bit-Prozessoren und 64-Bit-Prozessoren erhältlich. Moderne PCs unterstützen die 64-Bit-Architektur. Im Zweifelsfall wird diese Variante mit größter Wahrscheinlichkeit passen.

Während die Linux Mint Standard Edition auf der jeweils aktuellen Ubuntu-Veröffentlichung mit Langzeitunterstützung (LTS = long term support) basiert, deren Grundlage wiederum Debian unstable ist (s. auch wiki.ubuntu.com und launchpad.net), basiert die Debian Edition (LMDE) auf Debian stable (gegenwärtig Codename ›Jessie‹). Die Pakete von Debian stable sind in der Regel gründlicher getestet aber eben auch etwas älter als die Pakete von Debian testing. Mit anderen Worten: Wer ein stabiles System bevorzugt und auf brandaktuelle Software dafür verzichten kann, nimmt LMDE. Wer immer die neuesten Updates haben will und dafür Stabilitätseinbußen in Kauf nimmt, installiert sich Linux Mint 18.

Wer die Personal Package Archives (PPA) von Ubuntu nutzen möchte, muss die Standard Edition installieren, da PPAs von LMDE nicht unterstützt werden.

Die Image-Datei, d. h. das Abbild der Installations-DVD in einer einzigen ISO-Datei, erhält man kostenlos z. B. über die Website linuxmint.com. Das Image ist ca. 1,8 GB groß, weshalb der Download durchaus eine Weile dauern kann. Auf der angegebenen Seite kann man nun die gewünschte Version auswählen und dann das Image herunterladen. Die verbreitetsten Versionen kann man auch direkt hier herunterladen:


(Basis: Ubuntu 16.04.3 LTS Xenial Xerus)
Veröffentlicht am 27. November 2017
Updates bis April 2021
Desktop-Umgebung:   Architektur:



SHA-256-Prüfsumme (Quellen: Sylvia Betsy):

(Basis: Debian 8 Jessie = stable)
Veröffentlicht am 13. März 2017

Wer nicht über einen schnellen Internet-Zugang verfügt oder keine DVDs brennen kann, kann die DVD z. B. bei osdisc.com auch käuflich erwerben. Aber vielleicht hat man ja auch einen netten Nachbarn oder Bekannten, der das für einen erledigen kann…

Schritt 3: Prüfsumme mit dem Download vergleichen #

Nun kann man die SHA-256-Prüfsumme mit dem Download vergleichen, um die Integrität des DVD-Images zu prüfen. Dazu benötigt man ein Programm, mit dem die Prüfsumme der Image-Datei ermittelt werden kann. Linux verfügt dazu über das vorinstallierte Programm sha256sum. Für Windows kann man das kleine Freeware-Programm sha256sum.exe kostenlos auf der Website des Anbieters labtestproject.com herunterladen. Der folgende Link verweist direkt auf die Datei:

sha256sum.exe

Siehe auch: docs.fedoraproject.org

Um die Prüfsumme zu ermitteln, muss sich das Programm sha256sum.exe in dem gleichen Ordner wie das heruntergeladene DVD-Image befinden, in diesem Fall im Ordner Downloads. Dann begibt man sich durch Drücken der -Taste zum Startbildschirm von Windows 8 und wählt mit einem Rechtsklick auf den Bildschirm die Option ›Alle Apps‹. Dort wählt man in der Kategorie ›Windows-System‹ die Option ›Eingabeaufforderung‹. Dort wechselt man als erstes in den Download-Ordner:

cd Downloads

Dann startet man das Programm sha256sum.exe unter Angabe der Image-Datei. Zum Beispiel:

sha256sum.exe linuxmint-18.3-cinnamon-64bit.iso

Nach einer kurzen Weile wird die Prüfsumme der Image-Datei angezeigt, die man nun mit dem bereits bekannten Wert vergleicht. Sind die Werte identisch, kann man mit dem nächsten Schritt fortfahren, ansonsten ist der Download fehlerhaft und muss wiederholt werden.

Download unter Linux #

Unter Linux kann der Download einfach über das Terminal abgewickelt werden. Dazu wählt man zunächst einen Spiegelserver, auf dem die ISO-Abbilder der Live-DVDs verfügbar sind. Eine Liste mit den Spiegelservern findet man bei linuxmint.com. Ein solcher Spiegelserver ist beispielsweise:

http://ftp5.gwdg.de/pub/linux/debian/mint/

Dort lädt man sich zunächst die Liste mit den SHA-256 Prüfsummen sowie die digitale Signatur dieser Datei herunter:

wget http://ftp5.gwdg.de/pub/linux/debian/mint/stable/18.3/sha256sum.txt
wget http://ftp5.gwdg.de/pub/linux/debian/mint/stable/18.3/sha256sum.txt.gpg

Um die Signatur prüfen zu können, wird noch der öffentliche Schlüssel benötigt (hier: Linux Mint ISO Signing Key):

gpg --keyserver pool.sks-keyservers.net --recv-keys A25BAE09

Nun kann die Prüfsummendatei selbst geprüft werden:

gpg --verify sha256sum.txt.gpg sha256sum.txt

Die Ausgabe sollte folgendermaßen aussehen, wenn die Prüfsummendatei eine korrekte Signatur aufweist. Die Warnung besagt lediglich, dass der Fingerabdruck des öffentlichen Schlüssels nicht verifiziert wurde (s. hier).

Quelltext auswählen
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gpg: Unterschrift vom Mi 14 Dez 2016 12:37:52 CET mittels RSA-Schlüssel ID A25BAE09
gpg: Korrekte Unterschrift von "Linux Mint ISO Signing Key <root@linuxmint.com>"
gpg: WARNUNG: Dieser Schlüssel trägt keine vertrauenswürdige Signatur!
gpg:          Es gibt keinen Hinweis, daß die Signatur wirklich dem vorgeblichen Besitzer gehört.
Haupt-Fingerabdruck  = 27DE B156 44C6 B3CF 3BD7  D291 300F 846B A25B AE09

Als nächstes lädt man sich das ISO-Abbild der Live-DVD herunter (hier: Linux Mint 18.3 Sylvia 64 Bit Cinnamon):

wget http://ftp5.gwdg.de/pub/linux/debian/mint/stable/18.3/linuxmint-18.3-cinnamon-64bit.iso

Dann ermittelt man die Prüfsumme der heruntergeladenen Datei:

sha256sum linuxmint-18.3-cinnamon-64bit.iso

Schließlich vergleicht man das Ergebnis mit der Angabe in der Prüfsummendatei (hier mit dem Texteditor Xed):

xed sha256sum.txt

Schritt 4: DVD-Image brennen #

Wie man anstelle einer DVD ein USB-Installationsmedium erstellt, wird hier beschrieben.

Wer kein Brennprogramm hat, muss sich unter Windows 8 erst eins installieren. Gut geeignet ist dazu u. a. das OpenSource-Programm cdrtools Frontend (cdrtfe). Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Eigentlich ist das Brennen der ISO-Datei keine große Sache, man muss dabei aber vor allem darauf aufpassen, dass man nicht die Datei selbst auf die DVD brennt, wie bei einer normalen Daten-DVD. Die ISO-Datei dient dem Brennprogramm als Daten-Grundlage für die zu brennende DVD.

Nach dem Start des Programms cdrtools Frontend wählt man über den Reiter ›Disk-Image‹ den Bereich ›Image schreiben‹ und wählt dort die Image-Datei von Linux Mint sowie die Option ›disk-at-once‹. Durch Klick auf Start wird der Brennvorgang gestartet.

Jetzt hat man eine fertige Linux-Installations-DVD. Übrigens lässt sich Linux Mint von dieser DVD bereits jetzt ohne Installation auf dem Rechner als Live-System starten.

Eine Anleitung zum Brennen gibt es auch im UbuntuUsers-Wiki (hier für Ubuntu).

DVD-Rohling überprüfen #

Um sicherzustellen, dass der DVD-Rohling keine Beschädigung aufweist, kann man unter Linux das Tool cdck verwenden:

sudo apt-get install cdck

Installation per apturl symbol: question

Anschließend überprüft man den Rohling mit folgendem Befehl:

cdck -t

Werden keine Fehler angezeigt, kann man von der DVD installieren.

Schritt 5: Festplatte vorbereiten #

Vermutlich wird man die Windows-Partition verkleinern müssen, um Platz für die Linux-Installation zu schaffen. Dafür ist es sinnvoll, die Windows-Partition zunächst zu defragmentieren. Dazu bewegt man unter Windows 8 den Mauszeiger in die rechte obere Ecke des Bildschirms, wählt in dem erscheinenden Menü das Lupen-Symbol, wählt dort den Menüpunkt ›Einstellungen‹ und gibt in das Suchfeld den Begriff defrag ein. In der Ergebnisliste auf der linken Seite wählt man dann ›Laufwerke defragmentieren und optimieren‹. In dem gestarteten Programm wählt man dann das zu defragmentierende Laufwerk aus der Liste aus und klickt dann auf ›Optimieren‹. Bei stark fragmentierten Laufwerken kann dieser Vorgang eine ganze Weile dauern.

Um sicherzustellen, dass die Festplatte nicht beschädigt ist (was unter Umständen dazu führen kann, dass sie nicht partitioniert werden kann), führt man unter Windows 8 zunächst folgende Prozedur durch (vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen manifesten physikalischen Schaden).

Dazu begibt man sich durch Drücken der -Taste zum Startbildschirm von Windows 8 und wählt mit einem Rechtsklick auf den Bildschirm die Option ›Alle Apps‹. Dort klickt man in der Kategorie ›Windows-System‹ mit rechts auf die Option ›Eingabeaufforderung‹ und wählt dann ›Als Admin ausführen‹. In der Eingabeaufforderung gibt man dann folgenden Befehl ein:

chkdsk C: /scan (den Laufwerksbuchstaben C: evtl. anpassen)

Nachdem der Scan durchgelaufen ist, gibt man folgenden Befehl ein:

chkdsk C: /spotfix (den Laufwerksbuchstaben C: evtl. anpassen)

Die Frage nach der Volumenüberprüfung beim nächsten Systemstart wird bejaht. Wird der Rechner dann neu gestartet, werden eventuell gefundene Fehler automatisch repariert.

Quelle: makeuseof.com

Schritt 6: Linux testen #

Die Sprache der Live-DVD ist Englisch. Lediglich der Installationsvorgang kann auf Deutsch abgewickelt werden. Nach der Installation können das Betriebssystem und nahezu alle Programme in deutscher Sprache verwendet werden.

Man kann Linux Mint nun bereits testen, indem man den Rechner von der Live-DVD aus bootet. Dazu muss im UEFI bzw. BIOS das Booten von CD/DVD aktiviert sein. Meist wird am Anfang des Bootvorgangs auch eine Taste angeboten, über die die Bootreihenfolge direkt gewählt werden kann, ohne im UEFI bzw. BIOS eine Änderung vornehmen zu müssen. Unter Umständen kann der Rechner nur von einem bestimmten Laufwerk booten. Wenn man also z. B. zwei DVD-Laufwerke besitzt und das Booten nicht funktioniert, sollte man die DVD in das andere Laufwerk einlegen und den Vorgang wiederholen.

Zu Beginn des Bootvorgangs erscheint die Meldung ›Automatic boot in 10 seconds…‹. Innerhalb dieser 10 Sekunden kann man durch Drücken einer beliebigen Taste das Bootmenü aufrufen, in dem verschiedene Optionen angeboten werden. Hier sollte man bei der ersten Verwendung der DVD die Option Integrity check wählen, um sicherzustellen, dass die DVD fehlerfrei gebrannt wurde. Sollten hier Fehler gefunden werden, muss der Brennvorgang wiederholt werden, gegebenenfalls mit einem frischen Rohling. Besonders bei älteren wieder beschreibbaren Rohlingen kann es nach vielen Brennvorgängen zu Defekten kommen, die unter Umständen zu Schreibfehlern führen.

Werden keine Fehler gefunden, kann man normal booten, was ca. 10 Minuten dauert. Es wird der Desktop geladen, über den man nun die mitgelieferten Standardanwendungen und ein paar Beispieldateien ausprobieren kann. Über den Desktop könnte man nun auch das Betriebssystem auf den eigenen Rechner installieren, allerdings fehlen noch ein paar Vorbereitungen.

Vermutlich ist es nötig, zunächst das Tastaturlayout anzupassen. Dazu ruft man die Regionaleinstellungen auf.

Unter MATE:

✸ Menu ► Control Center ► Hardware ► Keyboard ► Layouts. Durch Klick auf den Button Add… kann man nun ein neues Layout hinzufügen. Hier wählt man beispielsweise ›Country: Germany‹ und ›Variants: German‹ und bestätigt mit Klick auf Add. Nun muss man den neuen Eintrag mit der Maus markieren und in der Liste durch Klick auf Move Up nach oben verschieben und den Dialog über Close wieder schließen.

Unter Cinnamon:

✸ Menu ► All Applications ► Preferences ► Keyboard. Durch Wählen des Reiters ›Layouts‹ sowie einen Klick auf den Button kann man nun ein neues Layout hinzufügen. Hier wählt man beispielsweise ›German‹ und bestätigt mit Klick auf ➕ Add. Im Tray am unteren rechten Bildschirmrand erscheint das Flaggensymbol für die englische Spracheinstellung. Durch Klick auf dieses Symbol kann die Einstellung jetzt auf Deutsch geändert werden.

Ist man mit dem Test zufrieden, kann es losgehen.

Schritt 7: Festplatte partitionieren #

Vor diesem Schritt sollte die Sicherung der eigenen Dateien unbedingt abgeschlossen sein, da bei dem nun folgenden Vorgang alle Daten gelöscht werden (es sei denn, man behält eine Partition bei)!

Was den Datenaustausch zwischen den einzelnen Partitionen anbelangt, so sollte man beachten, dass Windows-Partitionen von Linux aus sowohl gelesen als auch beschrieben werden können, Linux-Partitionen hingegen von Windows aus nicht ohne weiteres. Daher sollte man Daten, die man unter beiden Systemen gemeinsam verwenden möchte, auf der Windows-Partition speichern. Siehe dazu auch UbuntuUsers-Wiki.

Übrigens: Da man die Partitionierung von der Live-DVD aus vornimmt, kann man bei bestehender Internet-Verbindung gleichzeitig diese Anleitung lesen!

Jetzt muss man die Festplatte partitionieren. Auf der DVD befindet sich dazu das Partitionierungs-Programm GParted. Um dieses Programm zu starten, klickt man im Panel unten links auf den ✸ Menu-Button und wählt All Applications ► Administration ► GParted.

Wenn bislang nur Windows 8 in der Standardinstallation vorhanden war, sollte die Oberfläche zunächst ungefähr so aussehen:Screenshot: gparted

In der Übersicht sind in diesem Beispiel neben einem nicht zugeordneten Bereich (›unallocated‹) zwei Partitionen zu sehen, die nahezu die gesamte Festplatte belegen. Bei diesen beiden Partitionen handelt es sich um die System- und die Startpartition von Windows 8 (s. microsoft.com). Die Startpartition (sda2) ist zu einem großen Teil ungenutzt und dieser freie Speicherplatz kann daher der Linux-Installation zur Verfügung gestellt werden, indem man diese Partition verkleinert. Dazu markiert man die Partition und wählt dann im Menü Partition ► Resize/Move.Screenshot: gparted Es muss hier lediglich die neue Größe (new size) dieser Partition angegeben werden, die mindestens den Wert des bereits belegten Speicherplatzes betragen muss. In diesem Beispiel sind das 15000 MiB. Die Größen der angrenzenden Bereiche werden automatisch berechnet. Wen die Einheiten MiB und GiB verwirren, der erfährt bei Wikipedia mehr

Anschließend richtet man die Partitionen für die Linux-Installation ein. Dazu klickt man erst auf den zu partitionierenden, nicht zugeteilten Bereich und wählt im Menü Partition ► New. Daraufhin öffnet sich ein Dialog, in dem man jeweils die folgenden Werte eingibt (oder andere Werte nach den persönlichen Vorlieben).Screenshot: gparted

Partition Create as Label File system New size
/dev/sda3 Extended Partition linux (restl. Platte)
/dev/sda5 Logical Partition swap linux-swap 4000 MiB
/dev/sda6 Logical Partition main ext4 20000 MiB
/dev/sda7 Logical Partition test ext4 20000 MiB
/dev/sda8 Logical Partition home ext4 (restl. Platte)

Die Partitionen für ein drittes Betriebssystem (test) sowie für den Benutzerordner (home) sind nicht zwingend erforderlich. Die Größe der Swap-Partition entspricht in der Regel der Größe des eigenen Arbeitsspeichers (RAM). Der zugewiesene Dateiname der Partition (sda1 etc.) kann von dem Beispiel abweichen.

Die Angaben bestätigt man durch Klick auf Add. In der Übersicht wird dann die neu zu erstellende Partition angezeigt. Sind alle Partitionen vorbereitet, sollte die Übersicht ungefähr so aussehen:Screenshot: gparted In dieser Übersicht kann man nun sehr gut sehen, wofür die einzelnen Partitionen verwendet werden. Es existieren nach wie vor die beiden NTFS-Partitionen von Windows 8. In der erweiterten Partition (linux) sind alle Partitionen für die Linux-Installationen enthalten, wobei die Partitionen main und home für die Haupt-Installation von Linux verwendet werden. In der Partition test kann später z. B. eine weitere Linux-Distribution installiert werden, um diese vor der eigentlichen Installation in main zu testen, ohne die Haupt-Installation überschreiben zu müssen. Die Swap-Partition wird später sowohl von der Haupt- als auch von der Test-Installation verwendet.

Den eigentlichen Partitionierungsvorgang startet man dann über die Option Edit ► Apply All Operations. Anschließend kann man GParted beenden, die Live-DVD wieder herunterfahren und die Installation der Betriebssysteme beginnen.

Weitere Informationen zur Partitionierung: UbuntuUsers-Wiki

Schritt 8: Windows installieren #

Befindet sich auf der Festplatte bereits eine Windows-Installation, die man bewahren möchte, so kann dieser Schritt übersprungen werden.

Um nach der Installation der Betriebssysteme beim Hochfahren des Rechners einen Bootloader (GRUB 2) zur Verfügung zu haben, der es ermöglicht, zwischen beiden Systemen auswählen zu können, muss man Windows vor Linux installieren, da Windows im umgekehrten Fall die Linux-Installation einfach ignorieren und den Bootloader überschreiben würde.

Für die Windows-Installation wählt man als Ziel die erste Partition (Laufwerk C:) mit dem Dateisystem NTFS.

Schritt 9: Linux installieren #

Falls man auf einem Rechner mit UEFI mehrere Betriebssysteme installiert und es bei der Installation zu einer Warnung wegen UEFI kommt, sollte man den Rechner nicht automatisch mit dem Live-Medium (DVD oder USB-Stick) booten, sondern beim Start des Rechners das Boot-Menü aufrufen und eine Boot-Option ohne UEFI wählen.

Nun legt man wieder die Linux-DVD ein und bootet von dieser. Nachdem man auch diesmal das Tastaturlayout ausgewählt hat, kann man unter ✸ Menu ► All Applications ► Preferences ► Screensaver ► Settings ► Screensaver Settings ► Delay before starting the screensaver den Wert Never auswählen und damit das Starten des Bildschirmschoners während der Installation abstellen.

Auf dem Desktop befindet sich ein Icon mit der Bezeichnung Install Linux Mint. Durch Doppelklick auf dieses Icon wird die eigentliche Installation von Linux Mint auf die Festplatte gestartet. Es öffnet sich das Installationsprogramm mit einer Reihe von Dialogen, in denen diverse Angaben abgefragt werden:Screenshot: Linux Mint Installer 0 Zunächst bestätigt man die gewünschte Sprache der Installation und klickt auf Weiter.Screenshot: Linux Mint Installer 1 An dieser Stelle kann gewählt werden, ob proprietäre Software installiert werden soll. Dialog bestätigen mit Klick auf Weiter.Screenshot: Linux Mint Installer 2 Um die zuvor eingerichteten Partitionen für die Installation zu verwenden, wählt man die Option ›Etwas Anderes‹. Dialog bestätigen mit Klick auf Weiter.Screenshot: Linux Mint Installer 3 Hier werden alle Partitionen angezeigt. An dieser Stelle müssen nun die so genannten Einhängepunkte der Partitionen festgelegt werden, wobei die Swap-Partition ignoriert werden kann, da diese automatisch zugeordnet wird. Dazu bearbeitet man nacheinander all die Partitionen, die man für die Installation benötigt: Die Partition in der Liste markieren und auf Ändern … klicken, wodurch sich ein weiterer Dialog öffnet:Screenshot: Linux Mint Installer 4 Dort wählt man nun unter ›Benutzen als:‹ das gewünschte Dateisystem, wie es bereits bei der Partitionierung gewählt wurde. Partitionen, auf denen sich Daten befinden, die man bewahren möchte, dürfen nicht formatiert werden. Als Einhängepunkt (Einbindungspunkt) gibt man nun das entsprechende Verzeichnis an (s. folgende Tabelle). Einhängepunkte können auch nach der Installation noch ergänzt oder geändert werden (s. UbunutuUsers-Wiki).

Partition Einhängepunkt
/dev/sda6 /
/dev/sda8 /home

Als Zielort für die Installation des Bootloaders GRUB sollte im Normalfall das voreingestellte Gerät gewählt werden (z. B. /dev/sda).

Sind alle nötigen Partitionen zugewiesen, Dialog bestätigen mit Klick auf Weiter.Screenshot: Linux Mint Installer 5 Als nächstes wählt man die Zeitzone für die Zeit- und Datumseinstellungen der Installation. Dialog bestätigen mit Klick auf Weiter.Screenshot: Linux Mint Installer 6 In diesem Dialog kann man das Tastaturlayout einstellen. Dialog bestätigen mit Klick auf Weiter.Screenshot: Linux Mint Installer 7 In diesem Dialog wird man unter anderem nach dem gewünschten Benutzernamen und dem Passwort gefragt. Diese Daten sollte man sich gut merken (wenn man sie aus Sicherheitsgründen nicht notieren will), da man über sie nach der Installation überhaupt erst den Zugang zum System bekommt. Außerdem werden diese Daten bei einer Reihe von administrativen Vorgängen benötigt.

Durch Klick auf Weiter wird die eigentliche Installation schließlich gestartet, die je nach Leistung des Rechners ca. 20 Minuten dauern kann. Während dieses Vorgangs sollte man keine anderen Programme verwenden, wenn man von DVD installiert, da ansonsten der Lesekopf des optischen Laufwerks für das Multitasking permanent hin- und herspringen muss, was ihm auf Dauer möglicherweise nicht gut bekommt. Bei der Installation von einem USB-Medium ist das weniger problematisch.Screenshot: Linux Mint Installer 8 Wenn die Installation abgeschlossen ist, beendet man die Live-DVD und startet den Rechner ohne die DVD neu. Es erscheint der Bootloader GRUB, über den man nun das Betriebssystem auswählen kann.

Damit wäre die Installation abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch!

Übrigens: Falls man später ein weiteres Betriebssystem installiert hat und dadurch das GRUB-Menü durcheinander geraten ist, kann man die Reihenfolge wieder korrigieren, indem man von der Haupt-Installation aus folgende Befehle im Terminal ausführt:

sudo update-grub && sudo grub-install /dev/sda

Schritt 10: Abschluss #

Als nächstes wird man nun seine alten Dateien wieder zurück auf die Festplatte kopieren, weitere Software installieren und die Feineinstellung des Betriebssystems vornehmen. Was ich selbst als erstes nach einer frischen Mint-Installation vornehme, wird auf der folgenden Seite beschrieben.

Kommentare zu dieser Seite
icon: user  Thomas schrieb am Sonntag, 20. November 2016 um 7:54 Uhr:
Das ist eine vorbildlich geschriebene Anleitung. Vielen Dank dafür! Ich werde meine Neuinstallation nach diesem Schema vornehmen.
icon: user  Paul schrieb am Montag, 22. September 2014 um 9:41 Uhr:
Ich habe es ohne Aneitung versucht und hatte das Problem, dass ich erst Linux und dann windows installiert hatte und dann linux nicht mehr booten konnte. Dieser guide war nach langer Recherche die erste Quelle, die mich auf den Fehler Aufmerksam gemacht hat. Danke!

Also merke: Für Dualboot immer erst Windows, dann Linux!
icon: user  Helmut schrieb am Montag, 14. April 2014 um 0:27 Uhr:
Vielen Dank für dies exzellente Anleitung!
Bin absoluter Linux-Noob, aber mit der leicht zu verstehenden Anleitung hats geklappt, Linux neben Winows XP zu installieren und meine Datenpartion (ntfs) und die Daten darauf zu erhalten.

*****
icon: user  Andreas schrieb am Mittwoch, 21. März 2012 um 0:09 Uhr:
Hallo Dualbooter,

folgende Erfahrung möchte ich mit Euch teilen:
Ich hatte - nicht ohne Mühe - eine perfekt funktionierende Dualboot-Installation mit Debian Linux (ursprünglich zuerst installiert), Windows 7 und GRUB2 aufgesetzt.
Dann kam Service Pack 1 (W7-SP1) und fiel auf die Nase. [...] BCDedit sagte: "Das angeforderte Systemgerät kann nicht gefunden werden."
Die Nachricht war nicht in der Liste der Meldungen mit verlinkten Lösungsvorschlägen aufgeführt.
Microsoft's Anregung für alle anderen Fälle war, das System neu zu installieren. Nein danke!
Ich löste das Problem durch Wiederherstellen des W7 Bootsektors wie in "http://www.techspread.de/808/bootsektor-und-bootloader-von-windows-7-wiederherstellen" beschrieben. Zusammenfassung:
1. Von Windows 7 Installations-DVD booten
2. Sprache auswählen und weiter
3. Computerreperaturoptionen
4. Eingabeaufforderrung
5. "bootrec /fixmbr" eingeben
6. "bootrec /fixboot" eingeben
Hätte ich mal besser den W7 Bootsektor gesichert (z.B: "dd if=/dev/sda of=BootSect.W7.img bs=446 count=1"), bevor ich GRUB2, der zuvor durch die W7-Installation überschrieben worden war, wieder installiert habe. Ich werde das jetzt gleich nachholen und würde es auch jedem anderen W7/.../GRUB2 Dualbooter empfehlen, denn es scheint, als seien Windows 7 und GRUB2 nicht kompatibel.

So kann man bei einem zukünftigen W7 Update-Problem mittels "dd if=BootSect.W7.img of=/dev/sda bs=446 count=1" relativ leicht W7 "seinen" Bootsektor zurückgeben. Nach dem Update kann man dann unter Zuhilfenahme einer Live CD den vorher in gleicher Weise gesicherten GRUB-Bootsektor wieder zurückspielen.

Alternativ gibt's noch EasyBCD, hat das mal jemand auf W7-SP1-Kompatibilität getestet?
icon: user  Djore schrieb am Freitag, 16. März 2012 um 11:07 Uhr:
Super Anleitung! Danke für die Arbeit!
icon: user  Rainer Nützel schrieb am Mittwoch, 15. Februar 2012 um 17:06 Uhr:
Hallo,

eine grandiose Seite.
So eine tolle Anleitung habe ich bisher noch nicht gefunden gehabt.
Ich habe schon einige Fehlversuche mit der Installation von Linux überstanden und schon fast aufgegeben.

Aber mit dieser Anleitung werde ich einen neuen Versuch starten.

Herzlichen Dank für die viele Mühe.
icon: user  Tyler Durden Volland schrieb am Montag, 13. Februar 2012 um 7:22 Uhr:
Ich habe jetzt Kubuntu 11.10 zu meinem W7 noch dazu installiert und gebe zu, ich bin freudig überrascht, da ich seit einem Suse vor vielen Jahren kein Linux mehr ausprobiert habe.

Wenn ich morgens meinen Computer einschalte, erscheint nach einiger Zeit eine Seite auf der ich wählen soll welches Betriebssystem ich benutzen will. Wie tausche ich das als Default eingestelle Ubuntu gegen W7, da dieses das erste ist, das ich morgens benötige? Und zwar ohne, dass ich daneben stehen bleibe und warte bis ich rauf oder runterklicken soll?
icon: user  GERDN65 schrieb am Sonntag, 15. Januar 2012 um 16:13 Uhr:
Super Anleitung !!!
So kann es losgehen mit der Installation.
Danke !!!
icon: user  Hut Ab! schrieb am Donnerstag, 05. Januar 2012 um 2:39 Uhr:
..*very* nicely done Sir, futhur with you!
icon: user  Freddy schrieb am Freitag, 18. November 2011 um 17:57 Uhr:
Klasse Anleitung!

Einfach und leicht zu verstehen. Musste sie schon oft benutzen, zwecks Istallation auf anderen PCs!

Weiter so!!!!!!!!

PS: Meine Homepage: http://freddys.page.de.vu <-- Brauche Besucher! ;-)
icon: user  Malte schrieb am Samstag, 12. November 2011 um 19:57 Uhr:
Echt Super!

Ohne diese Anleitung, wäre ich aufgeschmissen!

DAAANNKKKE sagt
Malte

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(freiwillige Angabe)

Sicherheitsabfrage: Wie lautet die Zeichenfolge ISVFZNR in Kleinbuchstaben?